Mikrofinanz im Lepra-Viertel in Chennai, Indien
![]() Stiftungsgründer Karl Schock (hinten, 1.v.l.) mit
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Opportunity hatte die besondere Gelegenheit, eine Kreditnehmer- gruppe in einem Lepra-Viertel für Frauen in Chennai namens Sigaram (wörtlich übersetzt: „Bergspitze") zu besuchen. Opportunity in Indien war die erste Mikrofinanz-Organisation, die in diesem Viertel arbeiten durfte.
Unsere Klienten sind Töchter oder Enkelinnen der Frauen, bei denen Lepra diagnostiziert wurde. Obwohl sie das Lepra-Viertel jederzeit verlassen könnten, bleiben sie dennoch hier. Zum einen ist der Familienzusammenhalt sehr stark, zum anderen greift die soziale Ausgrenzung wegen dieser Krankheit auch auf die nachfolgenden Generationen über. Daher sehen diese sich immer noch als Aussätzige; viele waren zu schüchtern, um mit Opportunity zu sprechen.
Eines der Ziele unserer Arbeit mit dieser Gruppe ist es, das Selbstvertrauen der betroffenen Frauen zu stärken. Jede Klientin trägt eine Art „Selbstverpflichtung" der Klientengruppe bei jedem Treffen vor:
- Ich werde diszipliniert, gemeinschaftlich orientiert und mutig sein und hart arbeiten
- Ich werde mich um die Gesundheit meiner Familienmitglieder kümmern
- Ich werde genug Geld verdienen, um die Bildung meiner Kinder zu sichern
- Ich werde unnötige Ausgaben vermeiden und mich auf Geldsparen konzentrieren und meine Lebensqualität verbessern
- Ich werde dem guten Rat anderer folgen
- Ich werde an den Regeln und Vorschriften meiner Gruppe festhalten
- Wir werden uns an allen sozialen Initiativen unserer Gemeinschaft beteiligen
- Ich werde anderen von der Unterstützung erzählen, die ich erhalten habe, und werden ihnen helfen, selbst Unterstützung zu bekommen
Die Frauen in der Kreditnehmergruppe sind in einer Kerzenproduktion beschäftigt. Der erwirtschaftete Gewinn aus ihrem Gewerbe war für viele das erste selbst verdiente Geld, über das sie auch selbst verfügen können. Viele erzählen Geschichten aus der Zeit vor der Zusammenarbeit mit Opportunity, als sie ihre Männer um Geld fragen mussten und gleich wieder abgewiesen wurden.
Karl Schock, Gründer der Stiftung Opportunity International Deutschland und die Amerikanerin Julie Hindmarsh, Medizindozentin und Mitglied des Women's Opportunity Network, haben die Kreditnehmergruppe im Lepra-Viertel persönlich besucht. Julie Hindmarsh fasst die Bedeutung dieser Zusammenarbeit zusammen: „Für die Frauen dort ist das primäre Ziel, durch die verantwortliche Arbeit im eigenen Kleinunternehmen Selbstbewusstsein zu entwickeln und die Familie versorgen zu können."









