Stärkung der Frau durch Mikrofinanz - ein Treffen mit der Klientin Dorosera Mukagahima aus Ruanda
Hört man von Ruanda, so hat man eher die schrecklichen Bilder des Völkermords vor fast zwei Jahrzehnten im Kopf. Laut Schätzungen der UN wurden damals nahezu eine Million Menschen abgeschlachtet. Doch so langsam erholt sich das blühende Land der „1000 Hügel". Die Frauen spielen bei dieser Entwicklung eine erhebliche Rolle. Und durch den Zugang zu Mikrokrediten wird es ihnen auch ermöglicht, sich selbst aus der Armut zu befreien und damit ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Mitarbeiter von Opportunity trafen eine der Frauen, die durch einen Mikrokredit den Weg aus der Armut schafften - ihr Name ist Dorosera Mukagahima, sie lebt in einer Lehmhütte in einem abgelegenen Dorf in Ruanda. Sie wurde vor kurzem zur Schatzmeisterin einer Kreditnehmerinnengruppe auserkoren und ihren eigenen Lebensunterhalt verdient sie durch den Handel mit Ziegen.
![]() Dorosera erzählt von ihrer Erfolgsgeschichte |
Sie erzählt uns davon, dass ihr Leben, bevor sie einen Mikrokredit von Opportunity erhielt, geprägt war von Selbstzweifel, Not und Ausweglosigkeit. Ihr Mann war schwer erkrankt und zusammen mit ihren vier Kindern lebten sie in einer mit Gras bedeckten Hütte. Dank ihres ersten Mikrokredits in Höhe von damals 30 Franken war sie in der Lage, eigens hergestellten Bananensaft auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Damit begann ihre Erfolgsgeschichte: Bereits innerhalb von vier Monaten konnte sie den ersten Kredit zurückzahlen und erhielt daraufhin einen weiteren Kredit zur Erweiterung ihres Handels. Mit dem dritten Kreditzyklus konnte sie sich schliesslich Lehmziegel für ihr neues Haus kaufen. Inspiriert vom Erfolg der anderen Klientinnen ihrer Gruppe hat sie nun auch keine Bedenken, höhere Kredite aufzunehmen und mehr Investitionen in ihr Geschäft zu tätigen.
Dorosera ist froh darüber, das Vertrauen von Opportunity bekommen zu haben. Denn zuvor hatte sie schlichtweg kein selbstbestimmtes Leben: Ohne Begleitung ihres Mannes durfte sie nicht ausser Haus oder sich mit anderen Menschen treffen. Obwohl diese traditionelle Praxis seitens der Regierung versucht wird zu durchbrechen, müssen noch viele Frauen in ländlichen Regionen Ruandas in diesen Verhältnissen leben. Daher ist der Zugang zu einem Mikrokredit ein wichtiges Instrument, diese Traditionen zu durchbrechen und die Frauen darin zu stärken, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Mittlerweile geht Dorosera täglich auf den lokalen Markt, um ihre Waren zu verkaufen und trifft sich regelmässig mit ihrer Kreditnehmergruppe. Die zusätzlichen Einkünfte aus ihrem Handel begrüsst ihr Ehemann sehr und er unterstützt sie, wo immer es auch notwendig ist. Wenn sie die Geschichten der anderen Klientinnen ihrer Gruppe hört, so fühlt sie sich ermutigt „über den Horizont und das Erreichbare hinaus zu blicken", sagt sie. Den zwischenmenschlichen Umgang, den sie in der Gruppe lernt, gibt sie zu Hause weiter.
Das Gruppenmodell der sozialen Mikrofinanz ist in Ruanda ein wirksames Instrument zur Transformation der gesamten Gesellschaft. Hier treffen sich ehemals verfeindete Gruppen und arbeiten in ihrer Trustgroup gemeinsam an einer besseren Zukunft - für sich und für die Menschen in Ruanda.









