Jeder Dritte im erwerbsfähigen Alter ist arm oder arbeitslos
Vor kurzem veröffentlichte die internationale Arbeitsorganisation (ILO) einen Bericht zur weltweiten Arbeitsmarktsituation. Dem Bericht zufolge befindet sich die weltweite Arbeitslosigkeit weiterhin auf einem konstant hohen Niveau. Mit rund 200 Millionen Arbeitslosen weltweit seien noch immer etwa 30 Millionen Menschen mehr ohne eine Beschäftigung als vor der Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Damit stagniert die weltweite Arbeitslosigkeit weiterhin bei 6 Prozent. Dazu kommen rund 900 Millionen Menschen, die zwar einer Tätigkeit nachgehen, aber dennoch unterhalb der Armutsgrenze von 2 US-Dollar pro Tag leben. Damit sind rund 1,1 Milliarden Menschen - oder jeder Dritte im erwerbsfähigen Alter - entweder arm oder arbeitslos. "Die Schaffung von Arbeit muss in der Wirtschaftspolitik daher oberste Priorität haben", so ILO-Generaldirektor Juan Somavia.
![]() Ruth konnte mit Hilfe eines Mikrokredits einen kleinen Gemüsehandel eröffnen |
Weiterhin werden in dem Bericht Reformvorschläge für die Politik präsentiert. Diese sollen dazu beitragen, die Situation der Erwerbstätigen zu verbessern und mehr Jobs zu schaffen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollten dabei gefördert werden, denn diese würden erfahrungsgemäss viele Arbeitsplätze schaffen. Um diese zu unterstützen, müsste die Unternehmensfinanzierung wieder stabilisiert werden. Dies könne dem Bericht zufolge vor allem durch eine konsequente Finanzmarktregulierung erreicht werden.
Auch Opportunity International fördert kleine Unternehmen und gibt armen Menschen die Chance sich unternehmerisch zu betätigen. Mit einem Mikrokredit können Kreditnehmer ein kleines Unternehmen eröffnen oder eine bestehendes ausbauen. Wenn das Geschäft gut läuft, können weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Nahezu alle Kinder von Kreditnehmern erhalten die Chance auf Bildung, da die Eltern die Schulgebühren nun finanzieren können. Damit haben sie in Zukunft bessere Möglichkeiten einen guten, besser bezahlten Job zu bekommen.
Die internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf, die sich speziell um Menschen- und Arbeitsrechte kümmert. Darüber hinaus veröffentlicht sie regelmässig Statistiken über den Arbeitsmarkt und die arbeitsrechtliche Situation in ihren 183 Mitgliedsstaaten.









