Als erfolgreicher Banker in Ruanda
Jeffrey Lee, Chief Executive Officer - Leitender Geschäftsführer, UOB
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Jeffrey Lee hat über 30 Jahre Berufserfahrung im Bankwesen, 12 Jahre davon als Geschäftsführer, bis er CEO in der Opportunity Bank „Urwego" in Ruanda wurde. Seine Erfahrung deckt ein weites Spektrum des Bankenwesens ab. Sie reicht vom Zweigniederlassungsbankwesen über das Firmenkundengeschäft bis hin zu Tätigkeiten im Kleingewerbe und der Projektfinanzierung. Als CEO der Shinhan Bank in der USA hat er die Integration diverser Zweigstellen sowie die Expansion der Bank durch Fusionen und Übernahmen vorangetrieben und dabei das Anlagevermögen der Bank innerhalb von viereinhalb Jahren auf $950 Millionen verdreifacht. Zuvor war Jeffrey Lee Vorstand der Premier Bank, bei der er erfolgreich den damals einzigen Geschäftszweig der Bank auf mehrere Geschäftsbereiche erweitern konnte. Gleichzeitig trug er dazu bei, das gesamte Anlagevermögen innerhalb von sieben Jahren von 8,5 Millionen USD auf 136 Millionen USD zu steigern. Während seiner Zeit als Vorstand lobte das Business Week Magazine die Premier Bank, sie sei so, wie „eine Bank sein sollte". Mr. Lee hat Leadership an der Denver Seminary in den USA studiert und absolvierte anschliessend seinen MBA an der University of Southern California.
Jeffrey war zudem noch in dem Gebiet der christlichen Erziehung und Weltmission während der letzten 25 Jahre engagiert. Er gründete ein Amt für Missionarsaktivierung, genannt auch das Projekt BGAN (Bringing the Gospel to All Nations). Des Weiteren schrieb und hielt er Vorträge über das „Good Steward's Financial Management" - wie man ein guter Haushalter im Finanzmanagement wird. Er ist daran interessiert, das Leben vieler Menschen ganzheitlich positiv zu verändern. Dabei stellt auch Mikrofinanzierungen eine wichtige Grundlage dar.
Was interessiert Sie an Ruanda?
1. Nach dem Völkermord ist Ruanda durch einen schwierigen Versöhnungsprozess gegangen. Es war ein Prozess des Vergebens und der Heilung. Beispielsweise gibt es ein Programm, in dem an dem Völkermord beteiligte Personen wieder in die Gemeinde integriert werden. Nachdem sie ihre Taten gestanden haben, werden sie statt im Gefängnis zu sitzen, für Arbeiten in der Gemeinde, wie z. B. im Strassenbau, eingesetzt. Der Grundgedanke ist, dass sie dadurch wieder etwas an die Gemeinde zurückgeben können.
2. Es gibt erstaunliche Chancen in dem Land, die auch sehr konstruktiv genutzt werden. Nach 15 Jahren kann man nun enorme Fortschritte in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung erkennen. Investitionen werden in partnerschaftlicher Verantwortung akzeptiert und die Investoren können klar erkennen, dass ihr Geld nicht verschwendet wird. Da die Resultate greifbar sind, könnte Ruanda der erste „Tigerstaat" Afrikas werden.
3. Die Menschen Ruandas sind voller Würde. Dieses geht aus ihrer Geschichte hervor, als ihr König einer der wenigen afrikanischen Führer war, der sich nicht am Sklavenhandel beteiligte.
Ruanda ist ein starkes Land und ist durch einen beeindruckenden Wiederaufbau- und Regenerierungsprozess gegangen.
Wieso haben Sie Opportunity International ausgewählt?
Ich habe gar nicht gewählt, es passierte einfach. Im Mai 1978 wurde ich wiedergeboren. Vor sechs Jahren habe ich Gott versprochen: „Wenn ich seit diesem Tag 30 Jahre alt bin, werde ich mindestens drei Jahre lang nur dir dienen, egal wohin du mich schicken wirst." Im Juni 2007 wurde ich von Opportunity International kontaktiert. Sie brauchten einen Banker mit dem Herzen eines Missionärs. Aber sie brauchten diesen sofort und damals war ich nicht innerhalb von so kurzer Zeit verfügbar. Im April 2008 reiste ich dann nach Ruanda. Ich sah, dass die Menschen dort Unterstützung brauchten. Daher wollte ich Gottes Plan erfüllen und diesen Menschen als Hilfe dienen. Ausserdem konnte ich Ähnlichkeiten zu meinem Heimatland Südkorea feststellen: eine schmerzhafte Vergangenheit, wunderschöne Landschaften, eine starke Führung und enorme wirtschaftliche Entwicklungen. Für meinen Dienst an Gott schwebten mir zwei Dinge vor: Ich wollte meine Erfahrung im Bankwesen benutzen und ich wollte den Armen helfen. An diesem Punkt angelangt, konnte ich erkennen, dass Gott dieses für mich vorbereitet hatte. Im Februar 2009, kam ich in Ruanda als neuer CEO der Urwego Opportunity Bank (UOB) an.
Was sind die grössten Herausforderungen für das Land?
Erstens wird der ganze Versöhnungs- und Integrationsprozess einige Zeit brauchen. Die tiefen Narben werden nicht leicht verheilen. Die zweite Herausforderung wäre es, Investitionen in das Land zu bringen und diese langfristig vernünftig zu verwenden, zum Beispiel zum Aufbau der Infrastruktur. Bis jetzt ist das Land auf der Überholspur, aber dieses sollte auch in Zukunft so beibehalten werden. Eine weitere Herausforderung ist auch, dass, obwohl Landwirtschaft die am meisten verbreitete Einkommensquelle in Ruanda ist, das Land durch seine Hügellage nicht viel gut nutzbares Land hat. Dennoch kommt der Landwirtschaft eine grosse Bedeutung zu, da 90 Prozent der Bevölkerung aktiv in ihr tätig sind.
Was sind die grössten Herausforderungen für die UOB?
UOB wurde vor drei Jahren von einer NGO in eine Mikrofinanzbank transformiert. Allerdings funktioniert sie noch nicht ganz so wie eine Bank. Beispielsweise ist es für die Kreditbetreuer sehr gefährlich, wenn sie viel Geld auf einer langen Distanz auf einem Motorrad mit sich herumtragen. Daher wollen wir mehr Zweigstellen eröffnen, um die Menschen vor Ort besser zu erreichen. Dazu wollen wir Transport-Lastwagen kaufen, um das Risiko eines Überfalls so gering wie möglich zu halten.
Tatsächlich haben wir ein drei-jähriges Transformationskonzept entwickelt, das sich unter anderem mit neuer Produktentwicklung, der Bemessung der Auswirkungen unserer Programme auf die Klienten und der ganzheitlichen Transformation beschäftigt. Zudem wollen wir Menschen mit den Kirchen verbinden und dabei mit den Kirchenoberhäuptern zusammen arbeiten. Natürlich sind auch Muslime eingeladen mitzumachen. Eine weitere Herausforderung ist die Versöhnung der Hutu und Tutsi; so wie wir es in den Trustbank Gruppen beobachten, gibt es noch immer Spannungen zwischen den beiden Gruppen.
Ruanda hat 30 Distrikte. Unsere Planung sieht vor, dass wir durch den Einsatz von neuer Technologie, wie beispielsweise mobilen Banken, und neuen Produkten, wie Mikroversicherungen, im Stande sein werden, überall in Ruanda zu arbeiten.
Was denken Sie von der Regierung Ruandas?
Sie haben ein durchaus aggressives Vorgehen, wenn es darum geht, Leistung zu erbringen, denn man möchte international akzeptiert werden. Sie haben eine beeindruckende Veränderung herbeigeführt und führen eine strikte Anti-Korruptions-Strategie durch. Heutzutage sieht man all diese jungen, Englisch sprechenden Menschen, die gute Leistung erbringen wollen. Paul Kagame hat sich auch der Exzellenz verschrieben, er sagt: „Gut ist nicht gut genug!" Er führt verpflichtenden Unterricht bis zum Highschool-Niveau ein. Heutzutage beenden rund 40 Prozent der jungen Menschen das College. Sie wollen ihre Bildung dazu nutzen, um etwas zu erreichen. Kagame transformiert dieses Land tatsächlich in eine „Wissens-Wirtschaft". Ausserdem möchte ich noch betonen, dass Ruanda ein umweltfreundliches Land ist. Zum Beispiel sind Plastiktüten verboten und die Luftverschmutzung wird kontrolliert.









