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Aimable Uwamahoro: Die tragenden Säulen für eine frohe Zukunft

Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich heisse Aimable Uwamahoro und bin 25 Jahre alt. Ich arbeite seit einem halben Jahr als Fahrer bei Opportunity International in Ruanda.

Haben Sie Familie?

Ja, ich habe noch meine Mutter und meine Schwester. Ich selbst bin der Älteste.

Was ist Ihre Ausbildung?

Ich habe die weiterführende Schule besucht und studiere nun an der Universite libre de Kigali (ULK)/KIGALI INDEPENDENT UNIVERSITY Ökonomie. Ich bin im zweiten Semester in einem Abend-Studienprogramm.

Inwiefern war Ihre Familie vom Völkermord betroffen?

Im April 1994 verlor ich meinen Vater und meine drei kleinen Brüder im Genozid. Sie alle wurden mit Macheten getötet. Dies war ein schreckliches Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Als kleiner Junge habe ich das alles noch nicht verstanden, aber heute weiss ich, dass Völkermord das Schlimmste ist, was in einem Land passieren kann.

Danach musste meine Mutter den Rest unserer Familie alleine versorgen. Sie hat es geschafft, uns eine Ausbildung zu ermöglichen und uns zu trösten. Als ich aufwuchs, versuchte ich stark zu sein, denn das Leben geht nun einmal weiter.

Heute zahle ich selber für mein Abend-Studium, indem ich tagsüber arbeiten gehe. Es ist hart, aber ich hoffe, dass sich dies einmal für meine Zukunft auszahlt.

Wie bewerten Sie die allgemeine Stimmung in Ruanda? Waren viele Familien in ihrer Bekanntschaft vom Genozid betroffen?

Nach 1994 konnte sich Ruanda mit Hilfe einer guten Regierung entwickeln. Wiederaufbau, Frieden, Versöhnung, Vergebung und Hoffnung sind die tragenden Säulen für eine frohe Zukunft für Ruanda. Viele Dinge sind dabei, sich zum Besseren zu verändern.

Es gibt eine grosse Anzahl von Überlebenden des Völkermords, besonders viele Witwen und Waisen. Viele davon leben unter ärmlichen Bedingungen; sie können sich nicht selbst versorgen, haben keine Bleibe und viele sind  mit HIV/AIDS infiziert.

Was war Ihre Motivation, für Opportunity zu arbeiten?

Früher habe ich viele Gelegenheitsjobs angenommen, meine Situation war sehr unsicher. Nun konnte ich zum ersten Mal einen Vertrag unterschreiben. Auch wenn ich mich noch in der Probezeit befinde, fühle ich mich doch wohl und sicher bei Opportunity. Ich arbeite sehr gerne im christlichen Umfeld.

Was sind Ihre Hoffnungen und Pläne für die Zukunft?

Ich blicke hoffnungsvoll in die Zukunft. Dafür arbeite ich sehr hart. Ich möchte mein Studium beenden und später meine Familie versorgen. Ich bete, dass Gott mir dabei zur Seite stehen wird.