Ruanda - Ein Land im Wandel oder: Was ist eine afrikanische Massage?
Die Opportunity-Marketingverantwortliche Petra Weber hat Land und Leute in Ruanda besucht. Hier schildert sie ihre Eindrücke:
Das Land
In Ruanda gehen die Uhren nicht anders als in Deutschland. Sie gehen - zumindest im Sommer - genau gleich. Und das sagt auch schon Einiges über das Land. Ein Land, das mit nur etwas über 26'000 Quadratmetern sehr überschaubar ist und so grün wie Neuseeland oder die Toskana. Das „Land der tausend Hügel" wird es genannt, oder auch das „Land, in dem Milch und Honig fliesst".
Auch auf den Strassen geht es geordnet zu. Ich bin mir nicht sicher, ob es Verkehrsregeln gibt, aber jeder scheint sich dran zu halten. Unfälle habe ich jedenfalls keine erlebt.
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Die Menschen
Ich war das erste Mal in Afrika und hatte zumindest einen kleinen Kulturschock erwartet - doch der blieb aus. Die Menschen dort sind eben auch nicht anders als die Menschen hier. Generell sind die Ruander nicht so extravertiert wie die Menschen in anderen afrikanischen Ländern. Sie sind sanft, freundlich und sehr hilfsbereit.
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Und dann sind da natürlich unsere tapferen Kreditnehmerinnen. Zum Beispiel die stolze Kanziga, die Mann und Eltern im Genozid verloren hat, das Haus zerstört, sie stand mit ihren überlebenden Kindern vor dem Nichts. Sie ist mittlerweile für neun Kinder verantwortlich, denn sie hat die Waisen ihrer Geschwister aufgenommen. Da ist die scheue Witwe Aurelie, die erst lernen musste, ohne ihren Mann zurechtzukommen.
Und da ist die gutmütige Beata, mit ihren riesigen Narben auf dem Rücken, gehackt von den Macheten der Angreifer während des Völkermords. Ihr Mann und zwei ihrer Kinder wurden vor ihren Augen ermordet damals, sie muss seitdem ständig Schmerzmittel nehmen, ist mittlerweile todkrank, denn sie hat Krebs. Doch sie hat sich wieder eine Existenz aufgebaut. Und was sagt sie heute? „Mir geht es doch gut!" Ihr geht es doch gut... Das stimmt nachdenklich.
Dies sind einige Geschichten unserer umwerfenden Kreditnehmerinnen. Sie alle haben uns willkommen geheissen, haben uns in ihr Haus eingeladen, haben sich für uns zurechtgemacht. Sie alle sind zu Recht stolz auf das, was sie erreicht haben.
Der Völkermord
Im Genozid-Museum in Kigali dann: schreckliche Bilder, grausame Gewalt, primitivster Rassenhass, unvorstellbares Leid.... Das soll hier passiert sein? Hier, wo das Leben ruhig dahinfliesst, wo die Menschen sanft, die Strassen sicher sind? Wo es selbst in den Armenvierteln nie gefährlich ist? Es scheint so, als hätten sich die Einwohner entschlossen: So etwas darf nie wieder passieren! Parallelen zur deutschen Geschichte sind erkennbar.
Fortschritte
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Ich bin sehr beeindruckt von den Entwicklungen, die das Land in den wenigen Jahren gemacht hat. Es wurde ein „Unity & Reconciliation Program" entwickelt, also ein Programm zur Versöhnung der Hutu und Tutsi. Diese Einteilung wurde offiziell aufgehoben, nun sind alle ein Volk, „Banyarwanda", die Menschen Ruandas.
Diejenigen, die im Völkermord als Täter in Erscheinung getreten sind, aber geständig waren, sind quasi Gefangene im offenen Vollzug. Sie begleichen ihre Schuld, indem sie für die Community, in der sie leben, arbeiten. So sieht man viele von ihnen etwa beim Bauen von Strassen.
Präsident Kagame will das Land in eine Wissensgesellschaft überführen. So hat er Englisch als weitere offizielle Amtssprache eingeführt, neben Kinyarwanda und Französisch, um auf lange Sicht den Anschluss an internationale Standards zu gewährleisten. Bereits über 40 Prozent der jungen Menschen machen heutzutage einen College-Abschluss.
Wir freuen uns, dass auch Opportunity einen Beitrag zu diesen grossartigen Fortschritten leisten kann. So sagt Kagame: „Die Menschen in Ruanda haben viele Begabungen. Um diese entfalten zu können, brauchen wir mehr Partner wie Opportunity International - Partner, die uns Möglichkeiten, Technologien und Investitionen bieten."
„African Massage"
Aber was ist denn nun eigentlich die Massage afrikanischer Art? Nun, die Nebenstrassen auf dem Land sind in Ruanda einfache Sandwege mit ausladenden Schlaglöchern. Dazu das hügelige Gelände und man wird - auch bei vorsichtiger Fahrweise und einem umsichtigen Fahrer - ordentlich durchgeschüttelt. Das ist einmal eine Massage nach afrikanischer Art - ein zweifelhaftes Vergnügen....
Kommen Sie nach Ruanda!
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Doch warum ist Ruanda noch nicht touristisch erschlossen? Immerhin hat das Land einiges zu bieten: Duftende Gräser, sattes Grün, blühende Bäume und Sträucher, üppig wachsende Bananenstauden, dazu ein angenehmes Klima mit konstant 25-27 Grad, keinen Niederschlag, niedrige Luftfeuchtigkeit, dies zumindest zur besten Reisezeit zwischen Juni und August.
Dazu frei lebende Gorillas in den Bergen, Vulkane, den wunderschönen Kivu-See, und alles ist so schön sauber hier.... Das liegt zum Teil sicher auch an der Umweltpolitik. Plastiktüten sind verboten, es gibt eine Luftverschmutzungskontrolle.
Fazit
Dieses Land und die Menschen haben es verdient, dass man sie unterstützt! Sie standen vor dem Nichts und haben sich eine neue Existenz geschaffen. Sie sind auf einem guten Weg. Man kann Ruanda als Urlaubsland nur jedem ans Herz legen. - Ich werde jedenfalls wiederkommen.
Aktuelle Klientengeschichten und weitere Infos werden folgen....
Hier können Sie sich einen Eindruck vom Land verschaffen, die Ruanda-Bilderreise:
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