Opportunity International Schweiz jetzt spenden

Suchfunktion

Newsletter

Weitersagen

Grace: "Ich werde endgültig einen Weg aus der Armut finden!"

Zuerst einmal fragen sich Viele, warum arme Menschen eine Mikroversicherung brauchen. Vielleicht ist die Verbindung zwischen Versicherung und Armut nicht sehr offenkundig. Die Auswirkungen von Trockenzeiten können katastrophal für die ländlich wohnenden Armen sein. Eine gescheiterte Ernte kann finanzielle Not bedeuten, die Unmöglichkeit, Material für die Farmen für die nächste Saison zu kaufen, Hunger und sogar Tod.

Die Ernte-Versicherung bietet nicht nur eine Auszahlung für die armen Bauern im Falle einer Dürreperiode. Die Bauern bekommen dadurch auch Zugang zu Darlehen, damit sie höhere Ernteerträge erzielen können und gegen Dürre resistentes Saatgut sowie Düngemittel zu kaufen. Ein Darlehen zu erhalten ist praktisch nicht möglich für diese Menschen wegen des besonders hohen Risikos im Bereich Landwirtschaft. Aber das Ergebnis eines Darlehens ist erhöhte Produktivität, erhöhtes Einkommen, die Chance zu expandieren und Getreide auch für den Weiterverkauf anzubauen.

Grace
Die Bäuerin Grace vor ihrem Haus 

Da ist zum Beispiel Grace aus Malawi. Ihr Ehemann verstarb vor zwei Jahren und liess Grace mit sieben Kindern und fünf Enkelkindern zurück, die sie zu versorgen hatte. Ausserdem war da noch ihr kleines Unternehmen, mit dem sie mühevoll versuchte, sich ein spärliches Leben zu erkämpfen.

„Ich wusste nicht wie man richtig anbaut", sagte sie. "Ich war noch nicht einmal in der Lage, ordentlich für meine Kinder zu sorgen."

Ihr Ehemann hatte einen Antrag für eine Ernte-Versicherung gestellt, die von MircoEnsure zum Schutz gegen Ernteausfall durch Trockenheit entwickelt worden war.

Er  bewarb sich auch für ein kleines Darlehen bei der Opportunity International Bank in Malwai (OIBM) um Material für den Anbau von einem Hektar Mais zu kaufen.

Doch leider verstarb er, bevor er die Genehmigung bekam. Grace entschied sich mutig zu fragen, ob sie selbst eine Versicherung und ein Darlehen für sich beantragen könnte. „Ich wollte seine Vision von einer besseren Zukunft weiterführen", sagte sie. Und so wurde Grace eine Bäuerin.

„Mein Land liegt an verschiedenen Stellen um das Dorf herum", erklärt Grace, während sie in verschiedene Richtungen zeigt. „Ich hatte keine Erfahrung mit Landwirtschaft und wusste zuerst nicht genau, wie viel Land ich bepflanzt hatte. Insgesamt erntete ich nur sechs Ochsenkarren voll Mais."

Graces Kredit ermöglichte es ihr, besseres Saatgut und ausreichend Düngemittel zu kaufen. Darüber hinaus bietet Opportunity Malawi ihr Rat und Unterstützung zu Themen der Unternehmensführung und Landwirtschaft. Bei monatlich stattfindenden Treffen kann sie sich mit anderen Kleinbauern aus der Umgebung austauschen.

Das Ergebnis in der auf den Opportunity-Kleinkredit folgenden Saison war eine Ertragssteigerung von „6 zu 10 Ochsen pro Hektar". Eine gewaltige Verbesserung zu dem, was sie früher geerntet hatte. Grace strahlt: „Ich hatte die beste Ernte im Dorf!"

Motiviert durch ihren Erfolg beantragte Grace eine Ernte-Versicherung und einen Kleinkredit für das nächste Jahr. „Letztes Jahr konnte ich grössere Mengen Tabak und Mais für den Verkauf anbauen und zwei Backstein-Scheunen errichten. Dieses Jahr plane ich den Bau eines Lagerhauses und den Kauf von zwei Ochsen für meinen Karren."

Grace ist die einzige weibliche Landwirtin in ihrem Dorf, doch sie sagt: „Ich sehe mich selbst nicht als Frau, sondern als Männern gleichgestellt, wenn ich arbeite. Ich sehe das Geschlecht nicht als wichtig an. Mit der Unterstützung, die ich bekam, kann ich wie jeder Mann ein erfolgreicher Bauer sein."

Und was ist mit der Zukunft? „Ich habe kürzlich ein Sparkonto eröffnet und ich werde weitermachen und mein Kleinunternehmen ständig verbessern. Es wird immer besser und besser. In einigen Jahren werde ich unabhängige Geschäftsfrau sein", sagt sie leise, aber selbstbewusst. „Ich werde endgültig einen Weg aus der Armut finden."