Mikroversicherungen als Ergänzung zu Mikrokrediten
Unfälle, Krankheiten, Naturkatastrophen und Ernteausfälle treffen oftmals gerade die Ärmsten am härtesten. Wer schon am Existenzminimum lebt, kann die Folgen von unvorhergesehenen Ereignissen und Krisen nicht mehr ausgleichen.
Um das Risiko der Krisen zu minimieren, hat sich neben dem Sparen die Versicherung als wirksamstes Instrument herausgestellt. Gleichzeitig bedeutet dies, dass ein Mangel an Versicherungsleistungen zu einem starken Entwicklungshindernis werden kann.

In den Industriestaaten sind Versicherungen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Kranken-, Ernte-, Unfall- oder Lebensversicherungen sind selbstverständliche Bestandteile der sozialen Absicherung, sowohl im privaten wie auch gerade im unternehmerischen Bereich.
In Entwicklungsländern dagegen werden Versicherungen für die Ärmsten der Armen normalerweise gar nicht angeboten. Für die grossen Versicherungsfirmen ist dieser Markt nicht lukrativ genug. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in Subsahara-Afrika nur rund vier Prozent der Bevölkerung in irgendeiner Form versichert sind. Die überwältigende Mehrheit der Menschen muss also bei jeder Krise befürchten, ihre Existenzgrundlage zu verlieren.
Seit einigen Jahren werden daher von Mikrofinanz-Institutionen verstärkt so genannte Mikroversicherungen angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse der Armen zugeschnitten sind. Opportunity International nahm dabei von Anfang an eine Vorreiterrolle ein. Wir vermitteln Versicherungen in Kooperation mit spezialisierten Versicherungsunternehmen.
Beispiel Lebensversicherungen in Malawi
In einer Pilotstudie fand Opportunity International heraus, dass 40 Prozent unserer Klienten innerhalb eines Jahres einen Todesfall in der Familie erwarten müssen. Die Kosten für die Beerdigung sind immens, oftmals erreichen sie die Höhe von drei Monatseinkommen. Daher hat Opportunity International begonnen, Lebensversicherungen anzubieten, die an den ausgegebenen Kredit gekoppelt sind.
Die Versicherungssumme entspricht zwischen einem halben und einem Prozent der Kreditsumme. Beim Tod des Kreditnehmers werden CHF 847 ausgezahlt und der ausstehende Kredit erlassen, auch beim Tod des Partners oder eines Kindes zahlt die Versicherung CHF 340 bzw. CHF 169.
Diese Summe erscheint zunächst sehr gering. Bedenkt man aber, dass das durchschnittliche Jahreseinkommen im Land knapp CHF 302 beträgt, stellen die ausgezahlten Beträge doch eine erhebliche Erleichterung dar.

Beispiel Ernteversicherung in Malawi
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Aber nicht nur Tod und Krankheit sind für viele unserer Klienten ein grosses Problem, sondern vor allem auch Ernteausfälle auf Grund von Naturkatastrophen oder ausbleibendem Regen.
Auch Malawi hat in den letzten Jahrzehnten häufig unter Überflutungen und Dürreperioden gelitten. Viele Kleinbauern haben daher das Problem, dass sie nicht als kreditwürdig gelten, da den Banken das Risiko eines Ernte- und damit eines Kreditausfalls zu hoch erscheint.
Deswegen bietet Opportunity International nun eine Versicherung an, die sich an den Klima- und Regenfall-Indizes der Weltbank orientiert. Die Versicherungssummen werden ausgezahlt, sobald in einer Region zu viel oder zu wenig Regen während einer Anbauperiode fällt.
Dadurch wird das Risiko der Banken minimiert und die Bauern erhalten eher Zugang zu Krediten. Diese können sie dann einsetzen, um ihre Produktion weniger krisenanfällig zu gestalten, indem sie zum Beispiel Wasserreservoirs oder effizientere Bewässerungssysteme anlegen.
Die Micro Insurance Agency
Die Micro Insurance Agency vermittelt Versicherungen für arme Menschen, um ihnen mit geeigneten und bezahlbaren Produkten zur Seite zu stehen.
Als erste unabhängige Mikroversicherungs-Agentur der Welt bietet sie geeignete Lebens-, Kredit-, Gesundheits- und Ernte-Versicherungen an. Durch sorgfältige Marktforschung und kompetente Fachkenntnis der Versicherungsbranche sind die Produkte so ausgelegt, dass sie bezahlbar für die Armen und gleichzeitig rentabel für die Versicherungsgesellschaften sind.
Die Micro Insurance Agency wurde 2005 gegründet und ist eine Unterorganisation von Opportunity International. Die Agentur betreut 3.3 Millionen Menschen in zehn Ländern in Afrika und Asien.
Für weitere Informationen besuchen Sie www.microinsuranceagency.com
Weiterführende Links
Drei Bauern aus Mchinji, Malawi: Die Auswirkungen einer Getreide-Versicherung









