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Yofesi Nsubuga: Bei der Kaffeeernte in seinem Element

Yofesi Nsubuga
Yofesi zeigt stolz seine Ernte

Yofesi Nsubuga ist Kaffebauer in dem kleinen Dorf Kibisi in Uganda. Sein Leben lang hat er nichts anderes gemacht als Kaffee angebaut. Und diese Arbeit hat den 66 Jahre alten Mann gezeichnet. Sein Gang ist gebückt, sein schneller Schritt ist langsamer geworden. Eine Krankheit hat ihm die Sehkraft auf einem  Auge genommen.

Doch wenn wie jetzt Ende Oktober die Kaffeeernte beginnt, ist Yofesi in seinem Element. Geschickt löst er die reifen Früchte vom Baum, lässt sie vor sich in eine Plane vor seinen Füssen fallen: "Eine gute Ernte wird das dieses Mal. Wir hatten viel Regen, das ist gut für den Kaffee."

280 Bäume, verteilt auf einer Fläche von ungefähr 30 mal 100 Metern, sind sein Auskommen. Der Mais und die Bohnen, die Yofesi auch noch anpflanzt, sind eher für die eigene Küche - oder eine Sicherheit: falls die Kaffeeernte schlecht ausfällt, oder falls ein Schädling die gesamte Produktion vernichtet, wie noch vor einigen Jahren. Nicht alle Kaffeebäume tragen Früchte für diese Saison, manche sind erst bei der nächsten Ernte reif. Nach dem Pflücken werden die Kaffeefrüchte auf dem Boden ausgetragen, um sie trocknen zu lassen. Danach schiebt Yofesi den gefüllten Zehn-Kilo-Sack mit dem Fahrrad zur Genossenschaft ins Dorf. Dort zahlen sie ihm einen guten, fairen Preis.

Das war nicht immer so. Lange Zeit bestimmten Zwischenhändler das Kaffeegeschäft in Kibisi. Sie zahlten - aber viel zu wenig, als dass sich die Kleinbauern von Kibisi etwas hätten zur Seiten legen können. Jetzt wird die Dorfgenossenschaft von Opportunity International unterstützt - und damit kann sie den Bauern einen gesicherten, angemessenen Preis garantieren. "70 Prozent der Kaffeeernte aus dem Dorf wird inzwischen bei uns abgeliefert. Das macht uns stolz", sagt der Chef der Genossenschaft.

Yofesi ist inzwischen wieder bei seiner Familie angekommen. Seine junge Frau reicht ihm das Essen und dampfenden - was auch sonst - Kaffee. Zwei der fünf im Haus lebenden Kinder sind inzwischen von der Schule zurückgekehrt. Sein ältester Sohn ist 28 - er und zwei seiner Geschwister leben längst woanders. Das jüngste Kind liegt schlafend in den Armen seiner Mutter. Es ist gerade einmal eine Woche alt...