Christian Marteye, Schuldirektor der Mart Academy und Kreditnehmer
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Wenn Christian Marteye über die schmutzigen und staubigen Strassen von Ashaiman geht, muss er häufig grüssen. Der 45jährige ist bekannt in dem armen Vorort von Ghanas Hauptstadt Accra. Die Menschen hier kennen ihn; einerseits als Lokalpolitiker, andererseits aber auch als Schuldirektor der Mart Academy, das ist eine der Microschools von Opportunity International.
Die Schule hat einen guten Ruf in dem armen Stadtviertel von Ashaiman, am Rande der wilden Mülldeponie. Vor zwölf Jahren wurde sie von Christian Marteye gegründet, damals mit gerade mal zehn Kindern. Heute kommen fast 400 - und das, obwohl die Eltern für den Schulbesuch ihrer Kinder Geld zahlen müssen, etwa zehn Cedis (circa CHF 7,50) pro Monat.
Christian Marteye weiss um die finanziellen Probleme der Menschen in Ashaiman: „Wenn hier jemand nicht genug Geld hat, um die Schulgebühren zu zahlen, dann kann er auch in Raten zahlen. Und wenn es am Ende des Quartals nicht genug ist, dann zahlt er eben später."
Die armen Menschen in Ashaiman könnten ihre Kinder auch zu staatlichen Schulen schicken. Die gibt es hier auch. Aber die Mart-Academy ist näher und sie ist - so sagen es die Eltern - besser. Die Klassen sind mit höchstens 40 Kindern überschaubar, und die etwa 20 Lehrer sind sehr motiviert.
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Christian Marteye ist sicher nicht der klassische Kreditnehmer von Opportunity International - allein schon die Kredithöhe von 1000 bis 2500 Cedis, also CHF 750 bis 1'875, liegt erheblich über dem Durchschnitt. Aber eine Schule mit fast 400 Kindern hat eben auch ihren Finanzbedarf. Jedenfalls dann, wenn sie sich so gut entwickelt wie die Mart Academy.
Christian Marteye jedenfalls hat bereits klare Pläne für die Zukunft: „Eine Bibliothek könnten wir gut gebrauchen, auch eine kleine Kantine. Es wäre gut, wenn wir die Schüler auch medizinisch versorgen könnten. Und - wenn Gott es will - dann können wir auch bald eine Mittelstufe anbieten." Die Schule wächst: Die zweite Etage des Hauptgebäudes steht bereits im Rohbau, und Tische und Bänke warten darauf, genutzt zu werden.
Seit langem gibt es auch Schulgründer wie Christian Marteye unter den Kreditnehmern von Opportunity International in Ghana. Seit drei Jahren aber werden sie von Opportunity systematisch gefördert. Dabei werden Kredite nur an Privatschulen der so genannten C- und D-Kategorien vergeben - das sind Schulen für die ärmsten Bevölkerungsschichten. Opportunity achtet dabei darauf, dass sie vom Staat anerkannt sind, überprüft die Qualität der Lehrer und der Lehre und führt - vor dem ersten Kredit - natürlich auch ausführliche Gespräche mit den Schulgründern über die Kernfrage: was bewegt sie - soziales Handeln oder persönliches Profitstreben?
Wer Christian Marteye über den Schulhof seiner Mart-Academy gehen sieht oder durch die staubigen Strassen von Ashaiman, der weiss: Dieser Mann denkt nicht in erster Linie nur an sich...










